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Künstliche Intelligenz macht Verwaltung besser – das Pinneberger Modell

Künstliche Intelligenz gehört längst nicht mehr nur den Tech-Konzernen. Das zeigt eindrucksvoll das Projekt KI@PI im Kreis Pinneberg. Das Land Schleswig-Holstein investierte 490.000 Euro in dieses Innovationsprojekt.

Das Ergebnis spricht für sich.

Verwaltung neu gedacht

Zahlen von gestern? Das war einmal. In Pinneberg ermöglichen statistische Modelle Prognosen auf Basis vorhandener Verwaltungsdaten. Das Ergebnis ist ein zentrales Dashboard mit präzisen Vorhersagen und klaren Trends. Zum Beispiel in der Haushaltssteuerung. Früher flossen Daten aus verschiedenen Quellen nur langsam in isolierte Reports zusammen. Heute verschmelzen sie zu einem Gesamtbild – und schaffen schneller Klarheit. 

Die Verwaltung sieht sofort, wo Kosten aus dem Ruder laufen. Noch besser: Die eingesetzten statistischen Modelle prognostizieren zukünftige Entwicklungen mit hoher Genauigkeit. Bei den Sozialausgaben lagen sie nur wenige Prozent daneben – und können es mit den Schätzungen der Experten aufnehmen. Automatisiert.

Neue unsichtbare Helfer

Fehler kosten Zeit und Geld. In Pinneberg spüren Machine-Learning-Algorithmen wie Isolation-Forests automatisiert statistische Auffälligkeiten auf – regelmäßig und ohne zusätzlichen Aufwand für die Sachbearbeitung.

Das System scannt nächtlich die Falldaten auf Konsistenz. Fehlt eine Angabe? Wurde ein Schritt übersprungen? Gibt es ungewöhnliche Werte? Auffälligkeiten werden automatisch gemeldet. Die Sachbearbeiter können sofort korrigieren, bevor Probleme entstehen. Neue Daten fließen kontinuierlich in die Prüfalgorithmen ein und halten sie aktuell.

Viele waren erst skeptisch. Dann merkten alle: Die Automatisierung ersetzt das Mitdenken nicht, sie unterstützt jedoch wirksam. Statt manueller Suche bleibt Zeit für komplexe Fälle. Die Qualität steigt, Stress sinkt.

Ein Blick hinter die Kulissen des Projektes

Für alle, die es genau wissen wollen: Verwaltungsexperten und IT-Verantwortliche, und alle, die nachvollziehen wollen, was und wie die Zahnräder im Projekt KI@PI konkret ineinander gegriffen haben. Zwei Anwendungsfälle im Detail, persönliche Einschätzungen der Projektverantwortlichen und interaktive Grafiken, die zeigen, was unter der Oberfläche passiert. Hier wird es technisch.

Automatisierte Haushaltsplanung
mit statistischen Vorhersagemodellen

Die Nadel im Datenberg: Wie Machine Learning die Finanzplanung erleichtert

Über 2.000 Produktkonten will der Kreis jährlich planen. Klingt nach Routine? Eher nicht. Konten werden aufgelöst, neue entstehen, die Datenqualität schwankt dramatisch. Was früher reine Bauchgefühl-Arbeit war, übernehmen jetzt vier speziell entwickelte Vorhersagemodelle.

Das Prinzip: bewusst einfach, aber präzise.

Das Vorjahres-Modell fungiert als Fallback – nimmt schlicht den Vorjahreswert, optional angepasst um den Gesamttrend. Das lineare Modell betrachtet 3-5 Jahresverläufe, gewichtet jüngere Daten stärker. Und richtig spannend wird es beim Monats-Modell: Statt nur Jahressummen analysiert es monatliche Zahlungsströme, erkennt saisonale Muster und trennt sie sauber vom Langzeittrend.

Das Kumulanten-Modell schließlich arbeitet mit aufaddierten Monatssummen – dadurch werden Schwankungen geglättet und Vorhersagen stabiler. Jedes Modell durchläuft kontinuierliche Benchmarks. Relative und absolute Fehleranalysen, Konvergenzraten, Datenqualitätsbewertungen – und der entscheidende Vergleich mit den manuell erstellten Planwerten der Vergangenheit.

Am Ende wählt das System automatisch das beste Modell pro Konto aus.

Der Fachdienst erhält nicht nur die Vorhersage, sondern auch Transparenz: welches Modell, welche Qualitätsindikatoren, welche Unsicherheiten.

Das Ergebnis: Aus 2.000+ individuellen Planungsentscheidungen wird ein systematischer, nachvollziehbarer Prozess.

Anomalieerkennung in der Kindertagespflege

Wenn Daten Geschichten erzählen: Auffälligkeiten automatisch erkennen

Buchungsauffälligkeiten in der Kindertagespflege gleichen der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Einzelne verdächtige Transaktionen verschwinden im Rauschen tausender regulärer Vorgänge.

Hier setzt unsere Anomalieerkennung an

Sie betrachtet nie nur eine Buchung isoliert, sondern stets im Kontext aller anderen Buchungen und zeitlicher Entwicklungen. Der technische Kern: Kernel-Dichte-Schätzungen analysieren detailliert die Verteilungsmuster verschiedener Parameter. Ein in Python implementierter Algorithmus identifiziert Fälle mit hoher Auffälligkeitswahrscheinlichkeit und markiert sie frühzeitig als potenzielle Ausreißer.

Unsupervised Learning bildet das Fundament – mit der Option, durch Nutzerfeedback auf supervised Learning umzustellen. Entscheidend: Keine Black Box. Die entwickelte Dash-Applikation zeigt Sachbearbeitenden täglich die Auffälligkeiten – mit vollständiger Transparenz über die auslösenden Parameter.

Jeder Fall lässt sich bewerten: reale Auffälligkeit, Fehlalarm oder unklarer Fall.

Die zeitliche Entwicklung wird visuell nachvollziehbar, sodass erkennbar wird, welche Faktoren zur Markierung führten. Dieser Feedback-Loop macht das System lernfähig. Mit jeder Bewertung wird das Modell präziser, reduziert false positives und erhöht die Treffergenauigkeit. Was als reine Anomalieerkennung beginnt, entwickelt sich zu einem adaptiven Assistenzsystem für die tägliche Verwaltungsarbeit.

Welche Methoden und Technologien stecken hinter den Zahlen?
  • KI
    Künstliche Intelligenz (Semantische Netze, Regelbasierte Programmierung, heuristische Algorithmen)
  • ML
    Machine Learning (Supervised Learning, Unsupervised Learning, Image Classification)
  • DL
    Deep Learning (Neuronale Netze, LLM, Reinforcement Learning)
  • AA
    Advanced Analytics (Regression, Anomaly Detection, Clustering)
  • Stats
    Statistik (Data Science, Wahrscheinlichkeits-Verteilungen, Hypothesentests)
Datenqualität neu definiert

Ein positiver Nebeneffekt des Projekts: Die Datenqualität erreicht ganz ein neues Niveau. Warum? Weil verschiedene Systeme erstmals standardisiert kommunizieren mussten. Dabei kamen die Ungereimtheiten ans Licht.

Das Ergebnis: Eine saubere, verlässliche Datenbasis. Davon profitiert die gesamte Verwaltung – mit oder ohne KI.

Der Austausch zwischen den Fachverfahren läuft jetzt einfach besser. Automatisch fließen Informationen zusammen.

Doppelte Einträge? Gelöscht.

Veraltete Daten? Aktualisiert.

Inkonsistenzen? Bereinigt.

Menschen machen den Unterschied

Technik allein reicht nicht. KI@PI bewies: Erfolg braucht Köpfe und Herzen. Von Anfang an saßen alle am Tisch – Verwaltungsprofis, KI-Experten und Datenexperten von linkFISH. Gemeinsam übersetzten sie KI-Ergebnisse in praktische Lösungen. Es wurde klar kommuniziert: KI assistiert, Menschen entscheiden. Das schaffte Vertrauen. Workshops und Schulungen bauten Berührungsängste ab. Die Botschaft kam an: KI ist kein Hexenwerk, sondern ein Werkzeug. Ein nützliches noch dazu. Die anfängliche Skepsis verschwand. Stattdessen: Neugier und der Stolz, Teil von etwas Neuem zu sein. Das Projekt schweißte Teams über Abteilungsgrenzen hinweg zusammen.

Expertenstimmen

Was sagen Beteiligte zur Zusammenarbeit im Projekt und zu den Ergebnissen der gemeinsamen Arbeit?

Viktor Brakk

Team-Mitglied Kreis Pinneberg, Sozialcontroller

Wie hast Du die Zusammenarbeit mit linkFISH als Projektpartner erlebt?
Die Zusammenarbeit mit linkFISH war geprägt von hoher Professionalität, Transparenz und einer lösungsorientierten Denkweise. Durch den gemeinsamen Einsatz (Fachwissen und technischen Know-how) konnten wir den Projekterfolg nachhaltig sichern. Besonders hervorzuheben sind die offene Kommunikationskultur sowie die flexible Reaktion auf unsere individuellen Anforderungen, was die Partnerschaft zusätzlich stärkte.

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Dirk Schrödter

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister

Die vielen vorhandenen Daten im Kreis Pinneberg mithilfe von Künstlicher Intelligenz effizient zu verknüpfen und praktisch auf Knopfdruck analysieren zu können, sodass datenbasiert neue Erkenntnisse und Entscheidungsgrundlagen entstehen – darum geht es im Kern dieses Projekts. KI@PI steht damit auch stellvertretend für die Digitalstrategie des Landes.

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Lennart Dangers

Team-Mitglied linkFISH Consulting

Ich liebe es, Brücken zwischen Technik und Menschen zu bauen – besonders in Projekten wie diesem. Es macht mir große Freude, unser Projektteam Schritt für Schritt an die Welt der Daten heranzuführen. Gerade im Zusammenspiel mit Advanced Analytics wird deutlich: Ohne die Expertise und Perspektive der Menschen geht es nicht. Genau diese Verbindung aus technischer Innovation und menschlicher Intelligenz begeistert mich.

Dr. Paul Spitzner

Team-Mitglied linkFISH Consulting

Bei KI@PI bin ich als Entwickler und Data-Scientist viel unter der Motorhaube (am Code) tätig, und arbeite am liebsten auf der "Advanced Analytics" Seite. Hier ist das Ziel weniger eine KI-Blackbox auf ein Problem zu werfen, als vielmehr die vorhandenen Daten nutzbar zu machen und clever darzustellen, um Erkenntnisse zu generieren und Zusammenhänge zu finden. Oft braucht es dafür nicht das neueste oder rechen-intensivste Modell, sondern begründete Annahmen und einfache Ansätze, die nachvollziehbar bleiben.

Laura Faber

Team-Mitglied Kreis Pinneberg, Fachdienst Kindertagesbetreuung, Schule, Kultur und Sport Abteilung Kindertagesbetreuung Teamleitung Kindertagespflege

Vor Beginn des Projekts hatte ich zunächst keine klare Vorstellung davon, was mein Team in der Kindertagespflege von der KI erwarten sollte und welche konkreten Einsatzmöglichkeiten in unserem Bereich bestehen. Zudem stellte die Vielzahl an Fachbegriffen eine Herausforderung dar, ebenso wie die Erklärung unseres Verwaltungshandels im Zusammenhang mit der KI. Durch kontinuierlichen Austausch und enge Zusammenarbeit konnten wir diese Hürden überwinden und ein gemeinsames Verständnis entwickeln.

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Tom Sternberg

Team-Mitglied linkFISH Consulting
In diesem Projekt haben wir klassische BI mit Advanced Analytics verbunden – und so aus Daten echtes Wissen geschaffen. Die automatisierte Anomalieerkennung hat Zusammenhänge sichtbar gemacht, die mit herkömmlichen regelbasierten Methoden verborgen geblieben wären. Unser Kunde ist damit ein echter Vorreiter in der öffentlichen Verwaltung und zeigt, welches Potenzial in datengetriebenen Ansätzen steckt. Ich nehme viele neue Impulse aus dem Projekt mit – besonders im Hinblick auf den künftigen Einsatz von Advanced Analytics und Daten in der öffentlichen Verwaltung.
Ein Modell, das Schule macht

KI@PI war von Beginn an als Blaupause gedacht. Die Lösung funktioniert nicht nur in Pinneberg. Alles ist dokumentiert – vom technischen Setup bis zu den Stolpersteinen. Andere Kommunen müssen das Rad nicht neu erfinden. Die KI-Module für Prognosen und Fehlererkennung? Sie ist übertragbar auf jedes Amt, jede Aufgabe.

linkFISH ist ein erfahrener Verbündeter

Mit linkFISH steht ein Partner bereit, der das Projekt von der ersten Idee bis zum Erfolg begleitet hat. Diese Erfahrung macht den Unterschied.

Schon jetzt schauen Verwaltungen bundesweit nach Pinneberg. 2026 soll das Projekt komplett ausgewertet sein. Ein Meilenstein für alle, die nachziehen wollen.

Der nächste Schritt

KI in der Verwaltung ist keine Zukunftsmusik. Sie funktioniert. Heute. Das beweist Pinneberg. linkFISH Consulting bringt die Expertise aus diesem Erfolgsmodell mit. Für Verwaltungen, die den Sprung wagen wollen, ist das der perfekte Startpunkt. Wir machen gemeinsam aus Ihrer Verwaltung eine, die mit Daten führt statt hinterherläuft. Lassen Sie uns darüber reden.